Pflichtvorsorgen
Sie sind bei Tätigkeiten mit besonderen Gefährdungen erforderlich. Die Teilnahme an der Pflichtvorsorge ist für Beschäftigte als Tätigkeitsvoraussetzung verpflichtend.
Die am häufigsten durchgeführten Pflichtvorsorgen in deutschen Betrieben:
Unverzichtbar z. B. für Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen wie Kliniken, Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste, Rettungswesen, Kitas oder Abfallentsorgungsunternehmen.
- Wann verpflichtend? Bei Tätigkeiten mit erhöhtem Risiko, sich mit Krankheitserregern (z. B. Hepatitis, Masern) zu infizieren.
- Was? Beratung zu Infektionsrisiken, Überprüfung des Immunstatus und ggf. das Angebot von Schutzimpfungen.
Diese Vorsorge ist der "Klassiker" in Industrie und Handwerk.
- Wann verpflichtend? Sobald die Lärmbelastung am Arbeitsplatz einen Tages-Lärmexpositionspegel von 85 dB(A) erreicht oder überschreitet.
- Inhalt: Fokus auf das Gehör (Hörtest), Beratung zum Gehörschutz und Früherkennung von lärmbedingten Hörschäden.
wie Feuchtarbeiten:
Besonders häufig in der Pflege, Gastronomie, Reinigung oder im Friseurhandwerk.
- Wann verpflichtend? Wenn Beschäftigte regelmäßig mehr als 4 Stunden pro Tag "im Feuchten" arbeiten (Händewaschen, Tragen von flüssigkeitsdichten Schutzhandschuhen oder Kontakt mit Wasser/Flüssigkeiten).
- Was? Begutachtung der Haut, Beratung zum Hautschutz und zur richtigen Pflege, um Ekzeme oder Allergien zu vermeiden.
oder
wie Tätigkeiten mit Gefahrstoffen (z. B. Schweißen, Asbest, Benzol):
Häufig in der Chemie, im Baugewerbe oder in Werkstätten.
- Wann verpflichtend? Wenn Grenzwerte bestimmter Stoffe überschritten werden oder mit krebserzeugenden Stoffen gearbeitet wird.
- Was? Spezifische Tests (z. B. Blut- oder Urinuntersuchungen auf Schadstoffe) und Beratung zum Umgang mit Schutzausrüstung
Wichtig für Feuerwehren, Labore oder bei Sanierungsarbeiten.
- Wann verpflichtend? Wenn Atemschutzgeräte der Gruppen 2 und 3 (schwere Geräte, z. B. Pressluftatmer) getragen werden müssen.
- Was? Intensive Untersuchung der Lungenfunktion und des Herz-Kreislauf-Systems, um sicherzustellen, dass die körperliche Belastung durch das Gerät verkraftet wird.